BIJAGOS Islands - Naturreisen für Entdecker
 
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Mangroven
Der Orango Nationalpark umfasst eine Mangrovensumpf-Fläche von etwa 16.000 Hektar, die man in den geschützten Gebieten der Inseln findet. In den entsprechenden Buchten und Zonen bilden diese große Flächen mit engen Kanälen, die von den Einheimischen Bolons genannt werden.

Die in der Landessprache Tarrafes genannten Mangroven befinden sich in der Zone zwischen den Gezeiten. Die Bäume besitzen spezielle Eigenschaften, die es ihnen ermöglichen, dem hohen Salzgehalt des Wassers standzuhalten. Eine der am häufigsten auftretenden Arten ist die Rote Mangrove (Rizophora sp.), die sich in unmittelbarer Wassernähe und in Bereichen, die unter Wasser stehen, findet. Als Einheit bilden sie dichte Wälder, durch die sich lediglich kleine Kanus den Weg bahnen können. Außerdem existieren viele Exemplare der Schwarzen (Avicennia germinans) und Weißen Mangrove (Laguncularia racemosa), die sich jeweils in den höheren Bereichen an der Grenze der Gezeiten finden lassen.

Die Mangrovensümpfe sind besonders wichtig für die Bewahrung des Küstenökosystems, da sie Erosion verhindern und Sedimentation fördern. Zudem sind die Sümpfe die bevorzugten Reproduktions- und Wachstums-Standorte der Schalen- und Weichtiere sowie der Fische. Diese Arten stellen einige der wichtigsten natürlichen Ressourcen für die ansässige Bevölkerung dar. An den Wurzeln der Roten Mangrove siedeln sich außerdem Austern an, die ebenfalls von der lokalen Bevölkerung genutzt werden. In den Bolons (enge Kanäle) finden die Flusspferde und Seekühe (Manatees) einen hervorragenden Rückzugsort.
  Savanne
Einen weiteren, nicht weniger wichtigen Landschaftstyp innerhalb des Archipels stellt die Savanne dar. In der Trockensavanne wachsen ausgedehnte krautartige Grasländer in der stellenweise Bäume und Palmen vorkommen. In der Feuchtsavanne herrschen geschlossene Waldflächen vor.

Der am häufigsten auftretende Savannentyp innerhalb des Archipels ist die Trockensavanne mit einem gewissen Grad an Vegetation. Hier fallen vor allem der Afrikanische Balsambaum (Daniellia oliveri) und ein Goldpflaumengewächs mit Namen Tambacumba (Neocarya macrophylla) auf. Nur auf der Insel Imbone treffen wir auf einen Savannentyp, der komplett geöffnet ist und keinerlei Vegetation aufweist.

Abhängig vom Feuchtigkeits-Grad wird in der Trockensavanne traditionell der Trockenreis (Pam-pam) angebaut und in der Feuchtsavanne der Feuchtreis (bolañas).

Tropenwald
Auf unserer Rundreise durch den Archipel werden wir auf kleine, aber spektakuläre Wälder mit tropischen Bäumen treffen. Der schönste und beeindruckendste ist der Kapokbaum (Ceiba pentandra), der Höhen von bis zu 50 Metern erreichen kann. Er ist einer der heiligen Bäume Westafrikas. Manchmal wird er für Zeremonien genutzt, oft aber auch nur um Schatten zu spenden. Die Tabancas (kleine Orte) werden in der Regel im Schutz der Kapokbäume gebaut. Außerdem dienen Teile des Baums als Futter für Rinder, Schafe und Ziegen. Die beeindruckendsten Exemplare dieser Ceiba-Baumart befinden sich in den Ortschaften Abu und Meneque y Acagumé.

Ein weiterer bemerkenswerter Baum innerhalb dieser Wälder ist der Affenbrotbaum, der bis zu 30 Meter hoch werden kann und dessen Frucht (Affenbrot) man essen kann.
Lagunen
Dank der langen sommerlichen Regenphasen (Mai bis Oktober) bilden sich zahlreiche temporäre Lagunen aus Süßwasser, die während der Trockenzeit (etwa ab Ende Januar) wieder verschwinden. Die Bäche der Insel Orango verwandeln sich während der Regenphase in sintflutartige Ströme und trocknen nach der Regenzeit wieder aus. Die temporären Lagunen bilden sich vor allem in den niedriger gelegenen Bereichen, und manchmal erreichen sie beachtliche Größen wie zum Beispiel die Lagune von Anor auf Orango oder die Lagune der Insel Uno.

Diese Lagunen sind die bevorzugten Orte einer Süsserwasserschildkröte (Pelusios subniger – auf deutsch “Gezähnelte Pelomeduse” –, die zur Familie der Halswender-Schildkröten gehört) und der Flusspferde, die diese im Laufe des Tages als Rückzugsort nutzen, da sie nur bei Nacht nach Nahrung suchen. Außerdem kann man an den Lagunen Krokodile und eine beeindruckende Vogelwelt beobachten.
Watt
Ein spektakuläres Phänomen, das wir während der Reise beobachten können, ist die Ausdehnung der Gezeiten. Ebbe und Flut wechseln sich etwa alle sechs Stunden ab und können je nach Ort etwa zwischen drei und vier Metern variieren. Hinter den Sandstränden bilden sich dann lange und ausgedehnte Schlick- und Sandbänke, Untiefen und Zonen, die unmittelbar von den unterschiedlichen Gezeiten betroffen sind. Hier ernähren sich zahlreiche Wasservögel, wie zum Beispiel Flamingos (Phoenicopterus ruber) und Pelikane (Pelecanus rufescens).

Einen der Orte mit der höchsten Konzentration an Wattvögeln findet man auf den Sandbänken von Mosquitos oder Anhetibe im Norden der Insel Orangozinho.

In diesen Gebieten fällt zudem die Reichhaltigkeit an Muscheln auf, wie zum Beispiel der Westafrikanischen Archemuschel (Anadara senilis), die von der lokalen Bevölkerung gesammelt werden und eine wichtige Proteinquelle darstellen.
Meer
Der Schelf vor der Küste Guinea-Bissaus ist sehr breit, also ist das Meer oft nur wenige Meter tief. Die Gezeiten haben eine große Ausdehnung und sorgen häufig für das Auftreten starker Strömungen um die Inseln herum. Während der Regenzeit kommt ein Strom aus den warmen Gewässern des Golfs von Guinea, der einen wesentlich geringeren Salzgehalt aufweist als normalerweise. Das wird vom Süßwasser aus den Flüssen des Kontinents bewirkt.

Infolge des Zuflusses von Lehm aus dem Ästuar des Flusses Geba scheinen die Gewässer trübe zu sein. Der Zufluss bedingt in der Zone zwischen den Gezeiten eine hohe biologische Produktivität und das Auftreten zahlreicher Fischarten, zum Beispiel des vom Aussterben bedrohten Sägehais, der hier einen seiner letzten Reproduktionstätten in Westafrika findet. Ebenfalls zahlreich vertreten sind der Stachelrochen und der Barrakuda. Delphine sind häufig im Meer anzutreffen.


Quelle: Fundacion CBD-Habitat
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